Beratungspraxis Peter Haas-Ackermann

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Suchtfaktoren

a) Sich süchtig verhaltende Menschen, die sich für alle und alles verantwortlich fühlen, sehen sich oft als schuldige „Unterlassungs-Täter/-innen“, die nie genug getan und kein Anrecht auf Glück und Wohlbefinden haben, solange es anderen (noch) nicht gut geht. Ihre innere Stimme lässt ihnen keine Ruhe und treib

 

„Erst wenn ich mit Erfolg dafür gesorgt habe, dass es allen gut geht…, wenn es mir gelungen ist,

 

  • meine Mutter,
  • den Vater,
  • die Frau,
  • den Partner oder
  • das Kind

 

z.B. von der Depression zu befreien…,

 

  • meine Eltern oder
  • Kinder

 

sich nicht mehr streiten…, kann ich meine Bedürfnisse wahrnehmen. Dann erst darf ich es mir gut gehen lassen, so dass ich meinen Alkohol (oder meine Tabletten, meine Ess- und Brechanfälle, Drogen, On-line-Kontakte etc.) nicht mehr brauchen werde.“ 

 

Solchen Gedanken liegt die Idee der Allmacht über das Leben anderer Menschen zugrunde:

 

Ich bin verantwortlich für das Leben

  •  meines Vaters
  • meiner Mutter
  • meiner Eltern
  • meines Partners
  • meiner Kinder…,

 

dafür unterdrücke ich eigene Bedürfnisse, selbst wenn es mir dabei schlecht geht und ich

 

  • Alkohol
  • Ess-Brech-Rituale
  • Tabletten,
  • Drogen etc.

 

brauche, um die Wirklichkeit und mich selber überhaupt noch auszuhalten…“

 

b) Die masslose Überschätzung der eigenen Handlungs- und Einflussmöglichkeiten hält somit die eigene Sucht aufrecht. Dasselbe gilt für die andere Extremposition, in der sich jemand als hilfloses und ausgeliefertes „Opfer“ sieht, das jegliche Verantwortung für das eigene (Sucht-)Verhalten anderen Menschen zuschiebt. Wer mit so einer „Opfermentalität“ durchs Leben geht, macht letztlich auch mögliche Verhaltensänderungen bei sich ausschliesslich davon abhängig, ob sich die Bezugspersonen gemäss den eigenen Ansprüchen verhalten, bzw. verändern werden.

 

Der innere Dialog solcher Menschen könnte sich wie folgt anhören:

 

„Erst wenn mich

 

  • meine Eltern vorbehaltlos akzeptieren, wie ich bin, und mich anerkennen…;

 

erst wenn

 

  • meine Frau mich nicht mehr kontrolliert…,  
  • mein Mann aufmerksam und herzlich mit mir ist…,  
  • meine Kinder mir keine Sorgen mehr machen…,  
  • mein Chef mehr Rücksicht auf mich nimmt…,  
  • meine Kollegen sich ändern…,  

 

dann erst kann ich mein Suchtverhalten aufgeben!“

 

Hier sind es die Vorstellung der Ohnmacht und das Delegieren jeder Verantwortung und Einflussmöglichkeit auf andere Leute, die das Suchtmuster aufrecht erhalten.

 

Beiden Denkweisen ist gemeinsam, dass die Lösung eigener (Sucht)-Probleme von äusseren Veränderungen abhängig gemacht, die Entwicklung anderer Personen zur Voraussetzung für die eigene Entwicklung angesehen wird.

 

Deshalb ist es ein Ziel beraterischer Gespräche, solche Entweder- oder- Verbindungen von Denken und Handeln bewusst zu machen und neue Denk- und Verhaltensweisen in Richtung vermehrter Eigenverantwortung anzuregen.